Unser Garten 

Tatsache ist: Nicht nur wir haben den Garten neu geformt, nein der Garten mit seiner Bevölkerung hat auch uns einiges gelehrt, zum Umdenken gebracht und tut es immer weiter... 


Wir haben einige Bäume gefällt, Natursteinmauern in Trockenbauweise freigelegt und zum Teil restauriert, Beete von allerlei wildwachsendem, insektenunfreundlichem Gestrüppen befreit und neu gestaltet. Ein verborgener Teich wurde entdeckt und neu angelegt sowie Rasenflächen zur Vermeidung von Erderosion eingesät. Letztendlich wurden bisher über 1.200 Kräuter, Stauden und Sträucher/Bäume neu gepflanzt.  
Dabei sind die unzähligen Samen, die  wir ausgesät haben, noch gar nicht berücksichtigt. 
Der Lurchi (Salamandra salamandra ) hat bei uns ein Zuhause, ebenso viele kleine Schlangen und Blindschleichen, Eidechsen, Erdkröten und Igel sowie viele verschiedene Wildbienenarten haben wir entdeckt. 

Fläche für Fläche, Beet für Beet wurde geplant und bepflanzt. Dabei tauchten immer mehr Insekten und Tiere auf, die wir so nah kaum oder gar nicht gekannt oder gesehen hatten. 

Blauschwarze Holzbiene

Direkt mit dem neu gepflanzten Muskattellersalbei  (Salvia sclarea)  kam auch eine mächtig große blauschwarze Biene, die Holzbiene (Xylocopa violacea), die gerne in unserem Totholz nistet und an den großblütigen helllila Blüten des Muskattellersalbeis nach Nektar sucht. 
Es hat sich gelohnt. Inzwischen schwirrt, brummt, summt, zirpt, flattert, piepst, kreucht und fleucht es zu jeder Tageszeit mit unterschiedlichsten Geräuschen. 
Viel näher kann man der Natur fast gar nicht sein. Nachts hört man die Nachtigall, die verschiedenen Käuzchen und vieles mehr. Manchmal stimmt das fast unheimlich. Das aber ist eben Natur! 
Oder ist Straßenlärm besser? 

Totholzhecke

Wir haben ganz bewusst Totholzhecken angelegt, Steinhaufen geschaffen und kaputte Bäume und Totholz explizit liegen oder stehen gelassen.

Wir lernen jeden Tag von der Natur für die Natur.

So suchten wir auch bewusst und vorrangig Stauden für Insekten aus. Es ist schon ein Erlebnis, wenn plötzlich der große Schwalbenschwanz (Papilio machaon), einer der größten Tagfalter im deutschsprachigen Raum, auftaucht und sich an dem im Wind wiegendem 
Eisenkraut (Verbena bonariensis) erfreut und auch uns beschwingt: Weiter machen!   

Unser Garten wurde nach Themen angelegt, viele dieser Bereiche bilden ein eigenes kleines Biotop. So finden sich im Steingarten Insekten ein, die den dort blühenden Hauswurz (Sempervivum) bevorzugen.

 An dieser Stelle führen wir Sie jetzt von unten nach oben durch unseren Garten. 

Auch ein schönes Eckchen für die Bewohner des Hauses wurde angelegt.  

Am Grundstücksanfang haben wir einen zunächst verborgenen, zugeschütteten Teich entdeckt und diesen wieder zum Leben erweckt. Typische Pflanzen wie Gräser, Schilf, Blutweiderich, Taglilien, Hechtkraut, Seerosen und vieles mehr wurden hier eingepflanzt. Mit den Pflanzen haben sich auch sehr schnell die ersten Bewohner wie Molche, Libellen, Wasserläufer und auch eine Erdkröte zum Laichen eingefunden. 

Gerade in der Sommerzeit ist ein besonders reges Treiben in und um den Teich zu beobachten. 

Unterhalb des Hauses ist ein großes Staudenbeet farblich abgestimmt mit Edelrose, Steppensalbei, Gräsern, Prachtkerze, Echinacea, Purpurglöckchen, Taglilie und vielen mehr entstanden. 

Links vom Haus haben wir nach langer Planungsphase ein sogenanntes Präriebeet mit 35 Quadratmeter Fläche angelegt. Die Pflanzenauswahl ist der Hitze und Trockenheit der letzten zwei Jahre geschuldet. 

In diesem Beet haben über 200 teils nordamerikanische Präriestauden sowie verschiedene Gräser ihren Platz gefunden. 


Rechts vom Haus sind mehrere Beete hintereinander angelegt, die Baumstümpfe der gefällten Kiefern und Tannen sind hier integriert worden und dienen den Insekten als Unterschlupf und Nistplatz. 

Die Trockenmauern sind voll mit Steingartenpflanzen und Hauswurzen.

Im Anschluss ist ein Beet voller Katzenminze  
(Nepeta x faassenii), das Ende bildet dann ein großes Lavendel-Beet. 

 

Hinterm Haus beginnt der Hanggarten mit einer großen Mauer aus Natursteinen.

Natürlich haben wir direkt vor der Küche unseren Küchenkräutergarten auf der Mauer angelegt. Zahlreiche Kräuter warten hier auf ihren Einsatz. 

Ganz links davon ist ein kleiner Teil der Heilpflanzen angesiedelt, diese befinden sich aber auch noch an vielen anderen Stellen im Garten, je nach Anspruch an Boden- bzw. Lichtverhältnisse. 

 

Über der Kräutermauer haben wir unseren Gemüsegarten mit Hochbeet und Tomatenhaus in die vorhandenen Ebenen des Hanggartens integriert. Teilweise mussten die Mauern neu gesetzt werden, mit alten Fachwerkbalken haben wir fehlende Mauerteile ergänzt. 


 

Weiter nach oben führt eine sogenannte Knüppeltreppe durch den Rasen bis zur nächsten Ebene, die wiederum mit einer alten Trockenmauer eingefasst ist. An dieser Stelle bietet sich ein wunderschöner Ausblick über das Kochertal, daher haben wir hier  einen Sitzplatz integriert. Die andere Seite dieser Ebene beendet eine uralte Linde und ein sehr schief gewachsener Walnussbaum.  

Nahezu alle Küchen-, Heil - und Teekräuter (deren Einsatzgebiete sich auch überschneiden) haben ein kleines Namensschild aus altem Holz und Haselnussstecken erhalten.  Wir sind mittlerweile bei über 220 Schildchen angekommen. 
 

Wir verwenden gerne alte Sachen und geben diesen wieder eine neue Verwendung, so werden aus alten Dachrinnen Blumenkästen und alte Fachwerkbalken dienen als Stützmauern. Treppenstufen werden nicht aus Beton gefertigt, sondern einfach mit Balken und dicken Ästen gebaut. Auch auf die Gefahr hin in ein paar Jahren das eine oder andere wieder erneuern zu dürfen, ist uns der Werkstoff aus der Natur das Ganze wert. 

Zu Beginn der Magerwiese ist noch eine uralte kleine Hütte, die wir quasi ausgegraben haben.

Ab hier geht es vom Rasen nahtlos in die Magerwiese über, deren blühende Pflanzen wir dieses Jahr wohl zum ersten Male zu Gesicht bekommen. "Eingezäunt" ist hier links und rechts wieder mit unseren Totholzhecken und ganz oben mit neu gepflanzten "Dornenhecken" extra für die Tierwelt.

Am Ende der Magerwiese schließt sich der Waldrand an, in dem auch ein abgestorbener, umgestürzter Obstbaum einfach liegen bleiben darf, um schlussendlich in den Wald zu gelangen. Ein Biotop, in dem alles so bleibt, wie es ist. Umgefallene Bäume und viel Gestrüpp. Der Wald ist durchzogen mit Wildwechsel. Dieser Teil gehört den Rehen und all den anderen Waldbewohnern. Nur einen kleinen Weg haben wir frei gemacht, um einen Blick hineinwerfen zu können. 

Bruthilfen für Vögel und Wildbienen

Bruthilfen für Vögel 

Hans Feucht (Vater sowie Schwiegervater) hat uns 2019 3 Nistkästen für Vögel angefertigt. Diese waren bereits im ersten Jahr 2x zur Brut genutzt.
Daraufhin haben wir beschlossen, von ihm noch einmal 6 Nistkästen fertigen zu lassen. Wir haben für die unterschiedlichen Vogelarten verschiedene Durchmesser bei den Öffnungen gewählt. 

Nisthilfe für Wildbienen

Es gibt in Deutschland über 550 Bienenarten. Die meisten Wildbienen sind im Gegensatz zu den Honigbienen solitäre Bienen, das heißt sie leben nicht in Völkern, sondern alleine. Nur ca. 3 % davon nutzen solch eine Nisthilfen wie wir hier eine gebaut haben. Der Großteil nistet im Erdreich, in Mauerspalten oder in senkrecht stehenden Markstängeln von z.B. Brombeeren oder 
Königskerzen .

Je nach Art nutzen die Wildbienen unterschiedliche Durchmesser, die wir ins Hartholz gebohrt haben oder die Schilf und Ziegel ihnen bieten.

Nisthilfe für Wildbienen

Die Wildbienen haben unsere Nisthilfe sehr gut angenommen. Es herrscht ein reger Fflugverkehr und so sind Ende April schon viele der Plätze bereits belegt.